Inhalt
Eine coming of age Geschichte in den Anfängen des vergangen Jahrhunderts, die Geschichte eines Heimatlosen, eines Herumgestoßenen. Es ist die Geschichte von Oskar Maria Graf, der mit 17 Jahren seine grausame Kindheit am Starnberger See hinter sich lässt und in die unbekannte und nicht weniger brutale Großstadt München zieht. Er will Dichter werden, hat sich schon immer in die Welt der Bücher geflüchtet. Doch auch in der Stadt stehen ihm harte Jahre bevor. Er ist einsam und arbeitslos, ohne Anerkennung seiner dichterischen Tätigkeit. Er schlägt sich durchs Leben und hat nur wenige Freunde - er gehört zu nichts und niemandem. Selbst dem Krieg verweigert er sich, kommt lieber ins Irrenhaus, wo er tatsächlich für einige Monate die Sprache verliert. Oskar heiratet eine Frau - aus Mitleid, nicht aus Liebe - versucht sich kurz als Revoluzzer, verdingt sich als Schieber und wird ein saufendes, schmarotzendes und pöbelndes Wrack. Doch als Oskar kaum mehr tiefer sinken kann, geht es für ihn langsam bergauf. Der Film begleitet den jungen Mann, der neben Krieg und Revolution, seine eigenen Höhen und Tiefen durchlebt. Der einsam und ausgestoßen ist und sich doch nichts sehnlicher wünscht als geliebt zu werden und frei zu sein. Selbst 80 Jahre nach dem Erscheinen des Buchs, berührt die Geschichte noch immer, lässt einen an Oskars Schmerz teilhaben und gibt auch heute noch Hoffnung.

Wir sind Gefangene

Produktionsinfos

Kinofilm

Literarische Vorlage zum Film, „Wir sind Gefangene von Oskar Maria Graf erschien 1927. Es ist eine Autobiografie, eine schonungslose Erzählung seiner frühen Jahre, von 1911 bis 1919. Oskar Maria Graf, 1894 in Berg am Starnberger See geboren, erarbeitete sich autodidaktisch mit expressionistischen Gedichten und Kurzgeschichten eine Stellung als literarisch anerkannter Arbeiterdichter, später auch als Autor u. a. von „Das Leben meiner Mutter". Ab 1933 lebte Graf im Exil, zuletzt in New York, wo er 1967 starb.
 
-